Monthly Archives: September 2009

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e.a. Künstlerexemplare

Künstlerexemplare im Handel

e.a. oder E.A. : épreuves d’artiste

h.c. oder H.C. : Hors Commerce

Beide Begriffe bedeuten, das das vorliegende Kunstwerk ein Künstlerexemplar einer Auflage ist, und damit außerhalb des Kunst-Handels sein sollte. Diese Kunstwerke sind vor allem für den Künstler, den Galeristen, den Verleger, den Drucker usw. als Probedrucke und Belegexemplare bestimmt.

Nun kommt es immer wieder vor, dass diese Personen ihre Belegexemplare verkaufen und somit diese in den freien Kunsthandel gelangen. Das wird insgesamt nicht gerne gesehen, ist aber nicht verboten und zugegebenermaßen inzwischen gängige Praxis.

Man sollte aber wissen: wenn es sich um Prodedrucke handelt, könnten nach seinem Druck noch Änderungen an der Druckplatte vorgenommen worden sein und dieser Druck wird dann nicht wie die anderen Abzüge aussehen.

Es soll Sammler geben, die ausschließlich Künstlerexemplare verlangen. Gerade die eventuellen Unterschiede zu den Serienabzügen machen den Künstlerabzug interessant und wertvoll. Es kann sein, dass der Künstlerabzug den Entstehungsprozess der fertigen Bildes nachvollziehen lässt, das ist besonders bei verstorbenen Künstlern manchmal sehr aufschlussreich.

Der Verkauf von Künstlerexemplaren hat aber einen störenden Beigeschmack:

Auf einem Druckabzug wird die Nummer des Abzuges und die Gesamtauflage angegeben, z.B. 12/35  (der zwölfte Abzug von 35 gesamt). Sind jedoch z.B. weitere 10 Künstlerexemplare auf dem Markt, verwässert das natürlich die Auflage. Die Auflage ergibt aber – unter anderem – auch den Preis der Einzelstücke.  Durch die Verschweigung der (hier 30% ) höheren Auflage wird der Preis indirekt um 30% hochgetrieben. Das ist insbesondere der Fall, wenn der Künstlerabzug sich durch gute Druck/Reproduktionstechnik nicht von der Serie unterscheidet.

Damit der Käufer sich nicht von vornherein auf eine ungewisse Auflage einlassen muss, gibt es eigentlich die Konvention dass die Auflage so angegeben wird: 12/35+X  das heißt im Klartext: Abzug 12 von 35 plus 10 (römisch) Künstlerexemplare. Auf Künstlerexemplaren findet man manchmal die bessere und genauere Angabe (sio sollte es immer sein)  römisch z.B.  II/X (Künstlerabzug 2 von 10).

Leider ist die Angabe der Anzahl der Künstlerexemplare in der Praxis oft nicht vorhanden. Man kann also davon ausgehen dass eine genannte Auflage meist (oder immer?) durch eine Anzahl von Künstlerexemplaren erhöht ist. Deswegen empfehle ich immer sich vor Kauf ein Zertifikat ausstellen zu lassen auf der die Anzahl der Künstlerexemplare genau genannt ist.

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