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Olaf Schirm(Fotograf: Oliver S. Scholten, 2015)

Ich bin ein Kind der frühen Phase der elektronischen Musik. Meine Jugend war geprägt durch die Anfänge von Tangerine Dream und Auftritte von Klaus Schulze, dann kam Kraftwerk hinzu und schließlich Jean Michel Jarre und viele andere wie, Vimal, Vangelis, Tomita, Wendy Carlos, Erdenklang, Claude Larson, Gershon Kingsley, Laurie Anderson, Rupert Hine und , und , und…

Wie einige meiner Kollegen hatte auch ich wenig Geld in der Jugend zur Verfügung und beschloss mir meine Instrumente weitestgehend selber zu bauen. Hin und wieder kamen gekaufte Geräte hinzu, wie man in den Instrumentenlisten der Lieder sehen kann. Aber am liebsten waren mir die großen Modulsysteme, an denen ich wohl von meinem 16. bis 24 Lebensjahr fast täglich gebaut hatte. Ich griff auf Veröffentlichungen in Zeitschriften und Büchern zurück (Elektor Formant, BME, Tünker) und brachte mir die elektronischen Kenntnisse dazu bei.

So fing es an….der erste selbstgebaute Modul-Synthesizer und Sequenzer (Symboter A) und ein Korg MS20

symboter-studio1

 

…und so gings weiter: hier ist rechts das schon größere Selbstbau-Modulsystem (Symboter B) zu sehen, links der Roland Jupiter4 und Digital-Sequenzer, hinten das Moog Modular System mit drei Keyboards und Ribbon Controller. Dieses System konnte ich in meiner zweijährigen Assistenz und Zusammenarbeit mit dem Komponisten Gershon Kingsley (Popcorn) verwenden. Mein erstes Studio für elektronische Musik gründete ich 1975 in München.

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Hier ist das letzte Studio zu sehen, später vernichtet durch einen Wasserrohrbruch und das Ende meiner Musik”karriere”. In einem Nebenraum stand ein Flügel, die Boxen waren Klasse, JBL Bassreflex mit Hörnern, getrieben von einem Citation Endverstärker, ein Roland Jupiter8 und TR808, alles Leihgaben eines damaligen Freundes. Dann sieht man noch den blauen PPG Wave 2.2, ein damals sehr teures Instrument, ich hatte auch das PPG Wave Term, sehr mühsam zu programmieren, 8 Zoll Floppies, eine Pein…, aber der Sound war innovativ.

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In den ersten Jahren experimentierte ich viel und spielte mit Freunden in den verschiedensten Zusammensetzungen, dann erschienen meine Cassetten, die sich erstaunlicherweise zu hunderten verkauften. Dadurch ermutigt habe ich im kleinen Kreise einige Live-Konzerte gegeben und schließlich in einer Gruppe von zusammengewürfelten Musikern die LP “Japotage” mit eingespielt. Die damalige Auflage war 2000 Stück und die waren schnell weg…

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Es folgte die Filmmusik zum abendfüllenden Doku-Kinofilm “Marlboro Abenteuer Reisen – Nationalparks USA”.

Zwischenzeitlich arbeitete ich als Archivar im Filmkunst-Musikverlag, München. Dann folgte die Festanstellung in der Kirchgruppe, Bereich Digital Audio. In dieser Zeit entstand die Fernsehtrailermusik zum Sender PKS (Vorläufer von SAT 1) und die Erkennungsmusik der Taurus Videokassetten. Hier konnte ich letztlich die 24 Spur Version meines Stückes “Voyager” aufnehmen. Vielen Radiosendungen, die damals noch weniger kommerziell waren, spielten meine Musik, das war schon erstaunlich bei der damaligen Heimstudio-Qualität.

Die Arbeit in der Kirchgruppe zog mich nun zur Videotechnik wo ich die nächsten Jahre vor allem am Aufbau der Special Effects Abteilung mitarbeitete und später leitete. Z.B. erstellte ich die Effekte für einen Queen Musik-Videoclip (“Living on my own”, siehe Symboter VJ) und lernet dabei Freddy Mercury von Queen kennen. Dann erstellte ich etliche Sendergrafiken, Logos etc. vor allem für PKS, dem späteren SAT 1. Später gründetet ich meine eigene Firma (Vierte Art GmbH) für Computeranimation. Im Jahr 2000 gründete ich die Aktiengesellschaft noDNA AG, der ersten Agentur für virtuelle Menschen. Wir entwickelten Datenanzüge und Echtzeitanimationsmethoden, eine wilde Zeit. In dieser Zeit arbeitet ich mit Peter Gabriel (Genesis), Dieter Meier (Yello), Helen Schneider und Eberhard Schöner zusammen.

2006 ging ich nach Berlin, weil Köln zu satt und zu träge wurde und dort für mich der Puls der Zeit schlug.

In Berlin Kreuzberg startete ich mit der nun noDNA GmbH im Bereich Robotik und Sensorik, später auch mit 3D-Druckern. Daraus entstanden privat einige Roboterprojekte, siehe Symboter Robots. Spater siedelte ich die größer werdede Firma nach Berlin Mitte zum Gendarmenmarkt um und letztlich in einen Berliner Technologiepark. September 2014 habe ich mich vollständig aus der Firma – die mir nach wie vor gehört – zurückgezogen, um mich nun intensiv meinen nun umfangreicheren Projekten (in der Frequenzkunst: Bewegung, Klang, Licht, Temperatur, Funk) widmen zu können. Die Firma wächst weiter im Bereich Service Robotics und ist nun in einem Technologiezentrum in München Ismaning angesiedelt.

Immer mehr nähere ich mich wieder meiner Verlangen nach Klangschöpfungen, nun ganz anders, sensorgesteuert, zufallsorientiert, kompositorisch viel komplexer, im Minimalistischen mit feineren Nuancen. Das Phasing von Steve Reich ist für mich genauso ein Stilelement wie die generative Musik von Brian Eno, jedoch – wie gesagt – “nur ein Element” innerhalb eines Werkes und nicht das Werk. Meine Stilrichtungen sind vielfältig, allen gemein ist der Hang zum Bruch mit den Traditionen. Die Frucht meiner mehr als 40jährigen Beschäftigung mit elektronischer und Avantgardemusik mündet im Ausloten des Unschärfebereiches Wellenberg und Wellental, zwischen Klang und Nichtklang. Soundskulpturen und raumerzeugende Klangerlebnisse faszinieren mich und es entstehen immer wieder Werke, die sich damit auseinandersetzen. Der evokatorische Funken kann für den Zuhörer aus dem Gewollten, dem Ungewollten und – von mir bevorzugt – aus der Kombination beider Elemente entstehen. Ich greife gerne Aspekte von John Cage auf, um mich wieder von ihnen zu distanzieren. Auch für mich ist die (analoge) Stille ein Klang und die nicht intendierten Ereignisse in einem Werk sind für mich wichtig. Ich gebe aber den energetischen Rahmen vor. Einige Musikstücke von mir enthalten Gesang oder Vokalereignisse: ähnlich wie bei James Blake geht es mir beim Gesang nicht um die Darstellung meiner Persönlichkeit, sondern neben einigen zu transportierenden Inhalten vor allem um die Gestaltung eines Gesangscharakters innerhalb des musikalischen Geschehens.

Meine Musik gibt es auf soundcloud, zumindest alle neuen Stücke ab 2015, einige wenige Stücke auch in last.fm, blip.fm. Mein youtube Kanal zeigt diverse künstlerische Arbeiten von mir aus verschiedenen Bereichen, auch der Visualisierung, Technik und Robotik.

Neuerscheinung 2011 :CD Seriously Eric VOL 3, Herausgeber: Alter-K, ein Sampler mit einem Remix von meinem Stück “Crime” durch die französische Gruppe “Spaceships are cool”.

cd front

cd back

2013: Eine Vinyl-LP mit einigen Stücken von mir aus den frühen 80er Jahren, erschienen in limitierter Auflage von 500 Stück bei vinyl on demand

LP1

LPhinten1

limited

LPinnen

2012-2014: Soundarbeiten für Installation und Videos des Zeichners, Malers und Bildhauers Wolfgang Petrick: Strange Attractor1  und Strange Attractor2. Neuabmischung des Songs: The Ambient Song

2014: Music for 5 pianos

2015: EO, Hang, Farewell, Q-Chord, Phased Music for 32 instruments

2016: Heart-Drive

bis dann

Euer Symboter

(Mitglied der GEMA)

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7 Comments

  1. Mobildetroit September 4, 2014at 11:56 am

    I bet you pay attention to the placement of plumbing now… 😉 …keep doing what you do.

  2. symboter September 4, 2014at 11:56 am

    Ja, ich bewege mich langsam auf die Wurzeln zurück und mache wieder mehr Musik, eine CD ist in Frankreich erschienen, einen Vinyl kommt dieses Jahr in Deutschland und so gehts weiter, old stuff. Aber ich arbeite auch an einer Vielzahl von neuen Stücken und werde sie bei last.fm veröffentlichen.
    Denke gerne an unsere alte Zeit zurück, das war eine spannende Phase in meinem bewegten Leben.
    Marina arbeitet in der Simulation bei der EADS in Manching, Jörg ist Fotograf, Freidenker und Cosmopolit, Claudius ist Professor in Essen und ich handle mit Forschungsrobotern und lebe in Berlin
    Beste Grüße und Wünsche
    Olaf

  3. cdjw September 4, 2014at 11:56 am

    Hi Olaf,

    da googelt man aus langweile nach alten synthis und schon kommt einem die Website auf der man landet immer vertrauter vor. liebe grüsse aus hamburg, ein gutes neues

    cdjw

  4. symboter September 4, 2014at 11:56 am

    Hallo Dieter, ich lebe jetzt in Berlin Mitte 🙂
    Agatos, ja, ich kann mich noch an den Agatos Ausruf erinnern, hast Du noch Aufzeichnungen?

    Wenn Dir etwas fehlt von meinen Stücken, dann melde Dich, habe hier auch viel zum Download freigestellt als mp3

    Habe noch digitalisierte Kassetten von Karl Schaffner (Mountains in the sea, 1982), Peter Kaminski (Synthesis, 1984) Peter Schäfer (Frühlingsregen, Nunatak, PantaRhei 1982), Rüdiger Lorenz, TSO (Odysseeing), Weltklang
    Beste Grüße
    Olaf

  5. Dieter Brügmann September 4, 2014at 11:56 am

    Hallo, Olaf!

    Bin gerade dabei, die Cassette “Symboter Music” zu digitalisieren. Es ist immer noch eine tolle Musik!

    Kannst du dich noch an die “Agatos” erinnern? Auch davon wandert jetzt alles endlich in den Rechner…

    Grüße aus Spandau (bei Berlin)

  6. Renate Sommer September 4, 2014at 11:56 am

    Also back to the roots…Bin mal gespannt, wann die Roboter Musik machen können.. Schönen Gruss aus good old Colonia

  7. sidoirriz September 4, 2014at 11:56 am

    Cool – Gruesse aus Bochum

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