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Seit langen Jahren habe ich ein hohe Interesse an der Transcodierung von Ereignissen in andere Ereignisse, bzw. von Medien in andere Medien. Um es deutlicher zu machen, die Lichtorgel, der Musiklaser ist eine typische Transcodierung eines (hier: akustischen) Ereignisses in ein optisches Ereignis. Gewissermaßen ist die Notenschrift als Transscription auch eine Transcodierung von Musik in Schrift. Im Literaturhinweis (1) wird dies als musikalische Transliteration bezeichnet. Daran möchte ich mich halten.

Wenn man sich geschriebene Texte ansieht, dann bestehen sie aus Wörtern, dies bestehen aus Buchstaben, weiterhin gibt es Satzzeichen und schließlich Pausen und Absätze, leeren Seiten.

Die Anzahl der Zeichen in einem Text kann man zählen, z.B. automatisch, sofern der Text digital vorliegt.
Wie man nach einiger Betrachtung vermutet, so ist die Verteilung der Häufigkeit der Zeichen von Text zu Text verschieden. Das stimmt und der Unterschied ist natürlich um so höher je kürzer der Text ist, da bei sehr langen Texten sich die Häufigkeiten der allgemeine Häufigkeit von Buchstaben in Texten in der jeweiligen Sprache angleichen. Von Sprache zu Sprache ist die Häufigkeit verschieden. Kann man sich gut vorstellen, z.B. zwischen englischer und deutscher Sprache.

Ohne einen Text zu kennen kann man durch Ermittlung der Häufigkeit des Auftretens der einzelnen Buchstaben also die verwendete Sprache entschlüsseln.Nun, das wird in der Kryptografie gebraucht aber mich interessiert ein anderer Aspekt:

Wenn ich jedem Buchstaben des Alphabets eine Tonhöhe zuordne und einen Text per Programm langsam ablesen lasse, dann erklingen nacheinander die Buchstaben in den jeweiligen Tonhöhen.
Das stelle ich mir langweilig und auch anstrengend vor.
Aber was ich mir interessant vorstellen kann ist:

1) ordne jedem Buchstaben im Alphabet eine Tonhöhe zu.
2) zähle die Häufigkeit der Buchstaben in einem Text, z.B. einem Gedicht, einer Novelle oder einem Roman
3) lege eine Tabelle an, 100% erhält der häufigste Buchstabe, 0% die Häufigkeit 0, alle anderen Häufigkeiten liegen dann auf der Skala von 0-100% Diese Häufigkeiten steuern die Lautstärke von den Tonhöhen an, also z.B. kommt das „e“ am häufigsten vor, dann erklingt es mit voller Lautstärke.
4) Die Tonlänge aller Töne ist in diesem Beispiel gleichlang und ergibt sich aus der Gesamtanzahl der gezählten Buchstaben dividiert durch einen Faktor.

Das ganze ergibt also einen Tonbrei in einer bestimmten Länge, dessen Zusammensetzung durch den jeweils verwendeten Text bestimmt wird.

Als Installation wird dann der Text in Augenhöhe, soweit lesbar (z.B. Gedicht), aufgehängt und dazu der Sound über Kopfhörer auf Berührung abgespielt. Das nächste Exponat zeigt einen anderen Text und damit auch ein anderes Tongemisch. Man hört also die zeitliche Verdichtung des Gedichts, transcodiert als „Musik“.

Literatur und Links dazu:
(1) Mathias Wittekopf „Reflektionen I“

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1 Comment

  1. Randi Dohrin März 3, 2009at 9:00 pm

    …auf diese Idee muss man erst einmal kommen. …
    Transkriptionen (Übertragungen) sind in der Musik geläufig; sehr häufig „übernimmt“ dabei ein Instrument die menschliche Stimme. Beim Mitlesen oder bekannt sein des Textes, können sich so interessante und aussagekräftige neue Klangwelten ergeben.

    Auf das hörbare Klangerlebnis der angekündigten musikalischen Trans-LITERATUR bin ich sehr gespannt.

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